Machu Picchu
Angekommen in Cuzco, der ehemaligen Hauptstadt der Inkas, haben wir uns sofort auf gemacht um uns über die verschiedenen Touren, die man zu Machu Picchu machen kann, zu informieren. Entschieden haben wir uns dann für einen Inca-Jungle-Tail der 4 Tage dauert.
Los gings dann also am nächsten Tag (21.01.) früh morgens um 7 Uhr erstmal mit Autos und den Fahrrädern auf dem Dach. Es ging hoch bis auf 4300m, wo wir dann auf die Räder umgestiegen sind. Danach folgten 3 oder 4 Stunden Abfahrt… herrlich… einfach nur aufm Rad sitzen, die wunderschöne Landschaft beobachten, Fotos schießen und ab und zu n Kleidungsstück ablegen. Unten, auf 1200 Höhenmetern, angekommen waren wir dann nämlich schon im Dschungel, wo es einfach grün, heiß und feucht ist.
Nach einem guten Mittagessen (Suppe und Reis mit Hühnchen – wie immer
) ging es dann zum Rafting. Dieses war dann auch eine andere Leistungsklasse als das Rafting in Mendoza und nachdem eines der Boote gekentert war, hat sogar mal der Reiseführer nach Hilfe geschrien. War ein bisschen verunsichernd, aber ich war im besten Boot, so dass wir uns zumindest mal keine Sorgen machen mussten. Abgesehen von dem kleinen Zwischenfall und dass uns Millionen von Moskitos verstochen haben, war das Rafting richtig gut.
Tag 2 fing dann damit an, dass wir uns Regenponchos überzogen und loswanderten. Der Regen hörte dann aber bald auf (vorerst mal) und wir sind auf kleinen Pfaden (teilweise der Inkas) schöne 10h durch den andinen Dschungel marschiert. Immer wieder gab es dann kleine Pausen, in denen wir frische Früchte von den Bäumen gegessen haben (Mangos, Papayas, Maracujas und andere Sachen die ich nicht kenn) oder auch frisch gepresste Säfte. Unter anderem hab ich inzwischen gelbe (große und kleine), grüne (sind hart und zum Kochen gedacht) und rote Bananen gegessen. Ihr seht, hier in Lateinamerika ist das Angebot, zumindest was Bananen – oder auch Kartoffeln – angeht, deutlich reichhaltiger. Im Gegensatz dazu hab ich aber immer noch keine Brezeln gefunden ![]()
Wir sind dann auch durch Coca-Felder gelaufen (die Pflanze, die zur Herstellung von Coca-Cola und Kokain benötigt wird), haben kleine Äffchen gesehen und süße Meerschweinchen, die gemästet und später gegessen werden (schmecken lecker – ähnlich wie Hühnchen – ist aber viel Arbeit, weil die so kleine Knochen und recht wenig Fleisch mitbringen).
Eine weitere kleine Begegnung am Rande war doch auch ein Stück weit interessant: Wir haben unterwegs nen alten Mann getroffen, der schon 102 Jahre alt ist, aber halt auch immer noch arbeitet (nix mit Rente mit 65 dort!
). Der Kerl hat vor n paar Jährchen (da hatte er wohl auch schon über 40 Jahre) nem gewissen Ernesto “Ché” Guevara, ne Unterkunft geboten als dieser damals nach Machu Picchu gereist ist.
Zum Mittagessen und noch Mal als wir dann schon auf den letzten Metern vor der Ankunft waren, hat es dann doch noch geregnet, aber insgesamt war das einer der schönsten Tage der gesamten Reise, in dieser herrlichen Landschaft in den Bergen, Tälern, Wäldern und Flüssen herum zu latschen.


Der dritte Tag war dann ein bisschen ruhiger, find für mich aber mit einem dicken Fuß an, die Folgen der 200 Moskitostiche vom Rafting. Deshalb bin ich dann den ersten Teil des Tages mit dem Auto gefahren und erst die zweiten drei Stunden mit gewandert. Zumindest war der Plan mit dem Auto zu fahren. 2 km nach dem Dorf kamen wir dann aber nicht weiter, weil durch den vielen Regen der Nacht Felsen auf die Straße gefallen waren. Da die Maschine, die die Steine wegräumen sollte, aber grad an anderer Stelle gebraucht wurde, haben wir die Steine (mit dem kompletten Gepäck aller) zu Fuß überquert um auf der anderen Seite (ca 100m weiter) in einem Kleinlaster weiter zu fahren. War dann n bisschen n anderer Komfort, aber angekommen sind wir natürlich auch beim Mittagessen.
Nach dem Essen gings dann weiter, 3h auf Bahngleisen laufend, bis nach Aguas Calientes, dem Ort, von dem man dann zu Machu Picchu aufsteigt. Der Ort hat seinem Namen (dt.: Warme Wasser) aber nicht viel Ehre gemacht. Im ganzen Ort gab es kein fließendes Wasser, weil ein Steinschlag die Rohrleitungen zerstört hat. Als wir dann zum Duschen in das Thermalbad gehen wollten, gab es dort im Eingangsbereich auch nen Steinschlag und das Bad wurde geschlossen. Naja, wir haben uns dann halt mal wieder nicht geduscht. Das Klo konnte man zum Glück mit Regenwasser runterspülen, das mit Eimern draußen aufgefangen wurde.
Kurz nachdem wir schlafen gegangen sind, mussten wir dann auch schon wieder aufstehen, um um 4 Uhr aus dem Hostel los zu laufen. Um 4.50 Uhr wird nämlich das Tor zum Aufstieg nach Machu Picchu geöffnet und dann muss man rennen. Es geht dann 1h lang über 1800 Treppenstufen (keine gleichmäßigen, sondern Inka-Bauweise) nach oben. Dort, am Eingang zu Machu Picchu, stellt man sich dann in eine Schlange, um einen der 400 Stempel zu kriegen, die erlauben den Huayna Picchu zu besteigen. Wir haben es geschafft und sind dann völlig entspannt nach Machu Picchu rein marschiert. Als wir dann endlich die ganze Gruppe versammelt hatten – manche sind ein bisschen langsamer aufgestiegen – gab es eine ca. 3-stündige Tour durch Machu Picchu, was richtig richtig interessant war. Die Inkas waren nicht nur so verrückt, dass sie die Stadt oben auf nem Fels haben bauen lassen, sondern waren auch so intelligent, das verwirklichen zu können. Die Technologie die in dem Städtchen steckt ist gar nicht ohne. Warn also ganz schön clevere Köpfchen da oben.
Wie die dann auch noch die Mauern außen an die Felsen von Huayna Picchu hin geklebt haben, ist glaub bis heute ein Rätsel. Weniger wegen der Statik, sondern viel mehr, wie die Arbeiter die Steine dort hin gebracht haben. Unser Reiseführer, seines Zeichens selbst Quechua (das indigene Volk, das von den Inkas regiert wurde) und Reiseführer seit 7 Jahren, fragt sich genau das auch noch jedes Mal, wenn er dorthin aufsteigt. Also sicher ist, dass die Quechuas keine Höhenangst haben können.
Nach der Tour haben wir dann den Huayna Picchu bestiegen und sind danach noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert bevor wir wieder nach Aguas Calientes runter sind.
Unten hatten wir dann noch ein bisschen Zeit bis unser Zug zurück Richtung Cuzco abfuhr, die wir ganz entspannt mit Essen, Trinken und Souvenirs anschauen verbracht haben. Als wir dann endlich im Zug und unterwegs waren und gerade unser Abendessen serviert bekommen haben, wackelt auf einmal der ganze Zug, so dass Essen und Trinken schön auf dem Boden verteilt werden. Der Grund: mal wieder ein Steinschlag, der die Gleise versperrt hat. Wir sind also entgleist (zum Glück nicht umgefallen – neben uns war ein Fluss) und mussten dann mit dem andern Wagen, der nicht entgleist war wieder zurück um zu warten bis die Gleise wieder frei geräumt waren. Daher kamen wir in Cuzco dann nicht wie geplant um 22 Uhr, sonder um 4.30 Uhr an.
Nach ein paar Stunden Schlaf fuhren wir dann noch zu einem anderen Inka-Dorf bevor wir dann abends in Richtung Titicacasee und Bolivien abhauten.






















