Archive for the ‘ Iguazú ’ Category

agua, agua, mucha agua

“Viel Wasser” ist halt eigentlich schon untertrieben… einfach ganz viel viel Wasser hab ich da letzte Woche gesehen – und ein klitzekleines bisschen davon auch gespürt.
Letzte Woche ging es zu dem Touri-Highlight schlechthin in Argentinien: die Wasserfälle von Iguazú! Die befinden sich im Nordosten am äußersten Zipfel Argentiniens an der Grenze zu Brasilien, wo das Klima schon sehr tropisch ist. Heiß und nass. Und Wald… überall… aber herrlich. Also nicht so herrlich, dass duschen praktisch nichts bringt, weil man ne halbe Stunde später wieder (bzw. immer noch) nass ist, aber die Natur dort ist doch deutlich lebendiger als hier in Córdoba wo es einfach an Wasser fehlt.
Ok, genug Gelaber, ihr wollt das Wasser sehn:

zum duschen gings auf die Platform (Nervenkitzel und Spaß)

Nach einem kurzen Trip in einem Boot von unten an die Wasserfälle (das Video dazu kann ich euch dann im März zeigen), bei dem wir genauso naß wurden wie beim Rafting, ging es dann weiter zur “garganta del diablo” (dt etwa: “Rachen des Teufels”). Das ist der letzte Zipfel der Fälle, der wie ein U geformt ist. Kommt man da oben an (15 min Spaziergang auf einem Steg übers Wasser) sieht das aus wie ein großer See… mit einem Loch in der Mitte.
Wenn man dann ankommt ist es einfach nur noch beeindruckend… einfach nur Wasser, Wasser, Wasser… und Wasser… das alles gleichzeitig unter Getöse in ein Loch fällt, dessen Ende man vor lauter Nebel nicht sieht, wieder aufsteigt, hunderte Regenbogen erscheinen lässt und auf neue runterregnet um sich in den Wirbel zu verfangen… (ich will ja gar nicht wissen, wer und was da unten alles drin hängt). Vielleicht bekommt ihr nen kleinen Eindruck wenn ihr das Video seht, aber die Emotionen kommen wohl nur rüber, wenn man vor Ort ist. Wir hatten dann noch das “Glück”, dass das Wasser ziemlich viel Dreck aufgewirbelt hatte und deshalb einfach nur braun war (normal ist es sauber). Daher sieht das Wasser aus wie “dulce de leche” (dt: Süßes der Milch), ein in Südamerika populärer süßer Brotaufstrich, die da in den Rachen des Teufels fällt.

der See mit Loch

la garganta del diablo

dulce de leche

Touri

... zum genießen ...

Wie ich vorher schon erwähnt hab, ist der Urwald dort deutlich lebendiger als die Umgebung Córdobas. Deshalb haben wir auch einige Tiere gesehen, allen vorran Schmetterlinge, die man sonst wohl nur eingesperrt im Zoo sieht. Ein paar hab ich mit der Kamera erwischt, andere waren einfach zu schnell (z.B. die kleinen Salamander oder die durchsichtigen Schmetterlinge).

Schmetterling (sehr zutraulich)

Ameise (5-10cm lang)

Suchbild (zu finden: Schlange)

Leguan (auch nicht klein)

2. Suchbild (einfacher; mit Affe)

die Schmetterlinge, die übrigblieben nachdem(!) wir den Haufen aufgeschreckt haben

Nasenbär (mit Nasenbärchen)

Am zweiten Tag wollten wir dann nach Brasilien, um die Wasserfälle noch von dort aus zu sehen, allerdings konnten unsere Mexikaner nicht einreisen und so sind nur wir Europäer kurz rüber, haben uns nen brasilianischen Stempel geben lassen um danach ein neues Touri-Visum in Argentinien zu kriegen.
Wir sind dann noch zu irgendwelchen Holz-Fetischisten und haben uns deren Sachen angeguckt bevor wir wieder zurück sind ins Hotel. Was die genau beabsichtigen mit ihrer Ausstellung weiß ich nicht, hat mich aber auch nicht allzu arg intressiert, ich hab einfach die Stille des Waldes genossen und die Holzspielsachen bewundert ;-) . Die haben da etliche alte Bäume, einen Baum für das Kraut für den Matetee, den die Argentinier so lieben, ein Haufen, der von Termiten zerfressen ist, ein paar Geschäfte, Tische und Stüle aus Holz und ein einer Falle (für wen auch immer) in groß nachgebautem Gebilde, das aus 30 verschiedenen Bäumen besteht.

die 30 Bäume

schön, hart und gemütlich

Achja, danach waren wir dann noch am Dreiländereck Argentinien-Brasilien-Paraguay… 2 Flüsse die sich vereinen und von jedem Ufer kann man runter gucken… Ich kann jetzt immerhin behaupten mal Paraguay gesehen zu haben.

Der dritte Tag war dann schon wieder Abreisetag, allerdings haben wir auf den ersten Kilometern noch eine Edelsteinmine und eine Ruine einer Jesuiten-Estancia besichtigt. Der Tag stand also unter dem Motto “piedras” (dt: Steine) – nachdem wir “auga” und “madera” (dt: Holz) ja schon hatten.

Kristall in der Mine

Jesuiten-Kirche von außen (außer Betrieb)

... und von innen (man kann noch die Fenster, Bögen und den Altar erkennen)

Danach folgten dann mal wieder viele Stunden Fahrt diesmal inclusive einer kaputten Auto-Batterie. Wir waren dann also nachts um halber, 8 Jungs und ein Kleinbus an einer Tankstelle, die außer Sprit, Öl und destiliertem Wasser nichts verkauft. Unser Elektronik-Student meinte dann: entweder wir fahren ohne Licht und ohne Musik weiter oder warten bis morgen um nen neue Batterie zu kaufen oder wir versuchen, ob sie wieder funktioniert, wenn wir sie neu mit destiliertem Wasser füllen. Gesagt, getan (nein, wir haben die Säure nicht korrekt entsorgt, da macht sich ein Argentinier auch keine Gedanken darüber, auch wenn es mich doch ein bisschen schockiert hat – anderes Land, andere Kultur, anderer Umweltschutz) und es hat auch funktioniert – zumindest bis Córdoba.

Jetzt gilt es, sich hier von den Leuten zu verabschieden (fast täglich gehen welche), was eine traurige Angelegenheit ist, da man doch etliche Freunde gefunden und viel miteinander erlebt hat. Anderseits wusste ich vorher, dass das hier “nur Urlaub” ist und versucht die Zeit so gut es geht zu genießen – auch die Abschiedspartys. Aufhalten kann man es ja doch nicht…
Dann kommt Weihnachten (ich spür immer noch keine Weihnachtsstimmung) und danach gehts dann auch für mich los auf große Reise.